1922

Der Völkerbund - Tribüne für Europa

Der im Jahre 1919 gegründete Völkerbund ist eine institutionelle Antwort auf das pazifistische Ideal der Aussöhnung. Die in Genf ansässige Organisation erscheint allerdings als Klub der europäischen Siegermächte: weder die USA, noch Deutschland sind Mitglied. Der Völkerbund konzentriert sich damit ganz und gar auf die Lösung europäischer Probleme. Als Ort der Auseinandersetzung und Bühne für neue Ideen spielt die Organisation eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der europäischen Idee und steht für Entspannungspolitik, Abrüstung und kollektive Sicherheit. Während der fünften Vollversammlung des Völkerbundes 1924 unterstützt der französische Außenminister Aristide Briand die Ratifizierung eines Protokolls über Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Abrüstung durch Frankreich. Bei dieser Gelegenheit verleiht ihm die in Genf anwesende Louise Weiss den Beinamen "Friedenswallfahrer". Nichtsdestotrotz erweist sich der Völkerbund auf Grund seiner Schwäche als Enttäuschung für die Verfechter des Friedens und der europäischen Zusammenarbeit.

evt-la-sdn-une-tribune-pour-leurope-1922