1918-1944

Die europäische Idee zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Die nach dem Ersten Weltkrieg geschlossenen Verträge verändern die Landkarte Europas, beenden die Existenz der drei Groβreiche (Deutschland, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich) und führen zur Geburt neuer Staaten (Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien). Die aus dieser Umgestaltung resultierende, allseits präsente Frustration macht die Versöhnung zwischen den europäischen Völkern schwierig. Trotz allem zeichnet sich in den Zwanziger Jahren eine politische Annäherung ab. Die Vorreiterrolle kommt Aristide Briand und Gustav Stresemann zu, deren Bemühungen auch zum Abschluss der deutsch-französischen Verträge von Locarno führen. In den Dreißiger Jahren gibt die Wirtschaftkrise dem Nationalismus und dem Willen nach Vergeltung in den verschiedenen Ländern wieder neuen Auftrieb. Ab 1933 häufen sich die vom nationalsozialistischen Deutschland ausgesendeten Vorzeichen eines neuen Krieges. Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges bereiten den Boden für die Projekte zur europäischen Einigung, die nach 1945 umgesetzt werden.